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Bonus-Malus-System

 

Das Bonus-Malus-System soll ein Anreiz für die Beitragszahler der Unfallversicherung sein, verstärkt in die Verhütung von Arbeitsunfällen sowie in die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz zu investieren. Auf diese Weise kann der individuelle Beitragssatz des einzelnen Beitragszahlers über einen individuellen Multiplikationsfaktor, der als Bonus-Malus-Faktor bezeichnet wird, herab- oder hochgesetzt werden.

Zwecks Berechnung dieses Bonus-Malus-Faktors werden die Beitragszahler in Risikoklassen eingeteilt und mit anderen Beitragszahlern derselben Klasse verglichen; dieser Vergleich basiert auf den Unfallkosten.

 

Einteilung in Risikoklassen

 

Jedem Beitragszahler wird auf Grundlage seiner Haupttätigkeit eine Risikoklasse zugewiesen. Jedem Beitragszahler wird nur eine Risikoklasse für alle seine Tätigkeiten zugewiesen, wobei sich die Einstufung nach der Haupttätigkeit richtet.

Jeder neue Beitragszahler muss zum Zeitpunkt seines Beitritts der Zentralstelle der Sozialversicherungen (Centre commun de la sécurité sociale) die notwendigen Angaben für seine Einstufung in eine Risikoklasse mitteilen. Zudem muss er umgehend jede Änderung hinsichtlich der ausgeübten Tätigkeit, die zu einer anderen Einstufung führen könnte, mitteilen.

Die Risikoklassen lauten:

 

Klasse

Bezeichnung

01

Handel (falls nicht anders aufgeführt)

02

Reinigung und private Haushaltstätigkeiten

03

Hotels, Restaurants, Cafés

04

Erziehung, Vereins- und Freizeittätigkeiten, sportliche, kulturelle und religiöse Tätigkeiten

05

Gesundheits- und Sozialwesen, Schönheitspflege

06

Versicherungs- und  Finanzdienstleistungen, Dienstleistungen im Bereich Immobilien und Informationstechnologie, Planungsbüros, Medien

07

Industrielle Tätigkeiten (falls nicht anders aufgeführt)

08

Metall- und Holzverarbeitung, Herstellung von synthetischen Gegenständen, Herstellung, Installation, Reparatur und Wartung von Maschinen, Ausrüstungen und Kraftwagen, Feinmechanik

09

Hoch- und Tiefbau, Dacharbeiten, mineralgewinnende Industrie

10

Umbau und Ausbau, Gebäudetechnik

11

Landverkehr, Schiff- und Luftfahrt, Logistik und Lagerung, Post-, Kurier- und Expressdienste

12

Teilzeit- und Leiharbeit

13

Nahrungsmittelherstellung

14

Landwirtschaft, Weinbau, Gartenbau, Forstwirtschaft und ähnliche Tätigkeiten

15

Freiberufliche Tätigkeiten, Selbständige Handels- oder Handwerkstätigkeiten

16

Gemeinden

17

Staat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bestimmung des Bonus-Malus-Faktors

 

Zwecks Bestimmung des Bonus-Malus-Faktors eines Beitragszahlers berechnet die Unfallversicherung den Belastungskoeffizienten des Beitragszahlers und den Belastungskoeffizienten seiner Risikoklasse, die miteinander verglichen werden. Ist der Koeffizient des Beitragszahlers höher als der seiner Risikoklasse, so ist sein Bonus-Malus-Faktor größer als 1 und es wird ein Malus angewendet. Ist der Koeffizient des Beitragszahlers hingegen deutlich niedriger als der seiner Risikoklasse, ist sein Bonus-Malus-Faktor kleiner als 1 und es wird ein Bonus angewendet.

 

Bestimmung des Belastungskoeffizienten

 

Der Belastungskoeffizient eines Beitragszahlers entspricht dem Verhältnis zwischen den Leistungen für Unfälle des Beitragszahlers und der Gesamtbemessungsgrundlage, auf welcher der Beitragszahler Beiträge gezahlt hat.

Der Belastungskoeffizient einer Risikoklasse entspricht dem Verhältnis zwischen den Leistungen für Unfälle aller Beitragszahler, die zu der betreffenden Risikoklasse gehören, und den Gesamtbemessungsgrundlagen, auf denen diese Beitragszahler ihre Beiträge gezahlt haben.

 

Bestimmung des Beitragssatzes

 

Der Beitragssatz, der gemäß Artikel 149 des Sozialversicherungsgesetzbuches festgesetzt wird, wird für jeden Beitragszahler mit dessen Bonus-Malus-Faktor multipliziert. Der Beitragssatz entspricht somit dem Produkt aus Einheitsbeitragssatz und Bonus-Malus-Faktor.

 

Beobachtungszeitraum

 

Die Berechnung der Belastungskoeffizienten basiert auf den Leistungen bei Arbeitsunfällen (nicht berücksichtigt werden Wegeunfälle und Berufskrankheiten), die sich ab dem 1. Januar 2011 ereignet haben, und die während eines Beobachtungszeitraums vom 1. April des vorletzten Jahres bis zum 31. März des Jahres vor dem Geschäftsjahr, auf welches das Bonus-Malus-System angewendet wird, gezahlt wurden.

Der erste Beobachtungszeitraum erstreckt sich somit vom 1. April 2017 bis zum 31. März 2018.

 

Inkrafttreten des Bonus-Malus-Systems

 

Das Bonus-Malus-System wird erstmals ab dem Geschäftsjahr 2019 angewendet.